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S T Y X,
Hommage an Eva Brunner – Szabo


Der griechischen Sage nach ist "Styx" der Name des Flusses in Arkadien. Streckenweise fließt er unterirdisch dahin und wird daher auch als Fluss der Unterwelt, dem Reich der Toten, bezeichnet. Stirbt ein Mensch, ist er für die Lebenden unsichtbar geworden. Auch sein Bild verschwindet langsam in der Erinnerung. Der Verlust eines Menschen durch den Tod ist immer etwas Unfassbares.

Kann man das Verschwinden darstellen? Und wenn man es versucht, wie? In der Bildsprache des Barock, vor allem bei Darstellungen des Marientodes, wird das Entweichen der Seele aus dem Leib durch ein "Seelentüchlein" symbolisiert, das von zwei Putti in die Höhen getragen wird. Anknüpfend an diese Idee legte ich Tücher und Stoffstreifen auf Baumäste, in Sträucher, auf Steine am Fluss und fotografierte sie mit der Lochkamera. Die Aufnahmen sind Doppelbelichtungen, unscharfe Bilder. Einige Negative wurden kurz dem Wetter ausgesetzt, eine zusätzliche Verfremdung, in Analogie zu Vergänglichem.

 

According to ancient greek sagas "Styx" ist the name of the river crossing Arcadia partly flowing under ground, in the realm of the dead. When a person has died he becomes invisible for those, left behind. Even his image slowly fades away. Loosing a person by death is always something inconceivable.

Could you bring into picture the act of disappearing? And if you try, how to begin? Barock painters, representing the virgins death, invented the "fabric of soul", carried by two putti twards heaven, as a symbol for the soul decending the body. Following this idea, I put small white garments on branches of trees, on bushes or on stones at the riverside and took photographs with a pinhole camera, doubble exposing, creating blured pictures. Some of the negatives where exposed to the weather for a short time, astranging them once more, in analogy to the transitory.

Karin Mack, 2013


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