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EUROPEAN IDENTITY in a GLOBAL WORLD
Karin Mack, Wien 2008


Die Geld-, Waren- und Medienflüsse haben die Erdkugel im ausgehenden 20. Jahrhundert so schnell und dicht umspannt, dass eine Bewegung in eine andere Richtung kaum noch denkbar scheint.
Damit ist unser Mantel eines traditionellen Kulturverständnisses endgültig zerschlissen, wir frieren postmodern. Gleichzeitig passt uns die Jacke einer vertrauten Nachbarschaft nicht mehr, denn endlose Flüchtlingsströme sind darin auf zu nehmen. Klaustrophobische und xenophobische Züge suchen uns heim, wo von alters her Mitgefühl und Solidarität mit dem Nächsten zu unseren Werten zählte.
Um etwas über die Welt in Erfahrung zu bringen, bedient man sich der zur Verfügung stehenden Medien: TV und Printmedien, Zeitschriften und Werbung. Als besonders interessant erweisen sich die Hintergründe von Modefotos, verraten sie doch etwas von einem europäischen Selbstverständnis. Deshalb können sie auch zur Verortung europäischer Identität herangezogen werden. Hinterlegt mit Bildern anderer Kulturen, entfernter Ereignisse, ungekannten Zuständen, scheinen die Leerstellen der weg- geschnittenen Figuren den Blick auf das Andere, Fremde frei zu legen; oder dringt das Fremde in den eigenen, scheinbar gesicherten Lebenszusammenhang ein und stellt plötzlich alles in Frage?
Exotisches kann noch ästhetisch oder geschmacklich estimiert werden, gelegentlich lassen sich sogar Gemeinsamkeiten entdecken; vor allzu Fremdem stellt sich aber bald Ratlosigkeit ein, vielleicht auch Schock, Empörung, Aggression. Vielleicht dient das Andere auch als Projektionsfläche für eigene Mängel, nicht gestellte Fragen, ungelöste Probleme?

 

An economically globalised world has brought great changes to what used to be the exchange between single countries. The liberalised and globalised market created an almost killing competition. Money rules the world !
A great many people from abroad, fugitives either from reagons in war or hopeless poverty are entering the european societies in hope for a better future. After decades of welfare and social security we suddenly should share with people hoe’s cultural background is not familiar to us and hoe we cannot understand by lack of comunication. All sorts of strange feelings are haunting us and we don’t allways have the right answers to cope with.
How does such a situation look like through the eyes of an artist? How to express strangness in a familiar setting? Using fashion fotographs and cutting away the figures a scenery is created with a window. Outside, happenings from the most remote places of the world appear, which we might have seen in a flight on television in newspapers or magazines. Unfamiliar, sometimes even shocking scenes are entering our own scenery.
Some collages may look quite exotic, even attractive. Others provoke with harsh confrontations causing nightmares, even agression. At that point strangness may function as a mirror which reflects our own defects, our difficulties to cope with new and complex situations or the lack of courage to find proper solutions.

European Identity in a Global World